Ablauf Schadenregulierung im Allgemeinen

1.    Ein Schaden muss unverzüglich (innerhalb von drei Tagen) beim Versicherer gemeldet werden.

2.    Der Versicherer schätzt vor Ort den Schaden ein; evtl mit Hilfe eines von ihm beauftragten Sachverständigen im Beiratsverfahren – dieser gibt dem Versicherer, bezüglich des Schadenumfanges, die voraussichtliche Schadenhöhe weiter.

3.    Die ermittelte Schadenhöhe entspricht i.d.R. nicht der tatsächlichen Schadenhöhe. Abweichungen von 50 bis 500% sind möglich.

4.    Viele Versicherer bieten sehr schnell und sehr häufig dem Geschädigten eine Vergleichs- und Abfindungserklärung an. Diese Erklärung ist für beide Parteien bindend. Korrekturen in Form von Schadenhöhenveränderungen sind hiernach nicht möglich. Es ist Vorsicht geboten, Erklärungen vorschnell zu unterschreiben!

5.    Oftmals wirft der Versicherer dem geschädigten Versicherungsnehmer Obliegenheitsverletzungen vor, welche jedoch vom Versicherer konstruiert worden sind. (Bsp: Der Sachverständige im Beiratsverfahren stellt bewusst einen höheren Versicherungs-/Wiederherstellungswert gegenüber der Versicherungssumme im Versicherungsschein fest, obwohl die Versicherungssumme mit dem tatsächlichen Versicherungswert übereinstimmt und korrekt ist. Hieraus ergäbe sich eine Unterversicherung des Versicherungsnehmers, wodurch der Versicherer berechtigt wäre, die Leistungssumme zu quoteln.) Achtung beim Vorhalten von Obliegenheitsverletzungen und Unterversicherungen! Folge dessen wäre die Vornahme quotaler Kürzungen der berechtigten Entschädigungsansprüche durch den Versicherer.

Folge: Deutschlandweit geringere Schadenzahlungen als es die geschlossenen Versicherungsverträge vorsehen.